Die Sommersonnenwende – Heilige Männer, Kräuterzauber und der Tanz mit dem Feuer

Die Sommersonnenwende – Heilige Männer, Kräuterzauber und der Tanz mit dem Feuer

Person tanzt vor einem großen Feuer zur Sommersonnenwende

Lesezeit ca. 15 Minuten

Die Sommersonnenwende ist der längste Tag des Jahres – der Moment, an dem die Sonne ihre größte Kraft entfaltet. Sie fällt meist auf den 21. Juni, doch der exakte Zeitpunkt variiert leicht von Jahr zu Jahr, je nach astronomischer Konstellation. In diesem Jahr ist die Sonnenwende genau um 04:42h MESZ am 21.06.2025.

Für viele Kulturen markiert dieser Tag nicht nur ein astronomisches, sondern auch ein spirituelles Hochfest. In spirituellen Traditionen trägt er unterschiedliche Namen: Im Neodruidentum heißt das Fest Alban Hefin („Licht des Sommers“), im neopaganen Jahreskreis ist es als Litha bekannt. Im Volksglauben wird es oft mit dem christlichen Johannistag verbunden.

Stonehenge

Die uralte Bedeutung der Sommersonnenwende

Seit Urzeiten werden die Sonnwenden als besondere Zeit im Jahr betrachtet. Eine Zeit, in der das Resonanzfeld mit der Kraft des Lichtes – mit der Quelle des Lebens – intensiv war.

Belege aus der alten Zeit und der monumentalen Wichtigkeit dieser Feste sind zum Beispiel Stonehenge und Woodhenge.

Stonehenge zählt zu den eindrucksvollsten steinzeitlichen Monumenten Europas – eine Anlage, deren Ausrichtung die Sonnenwenden mit verblüffender Präzision markiert.

Woodhenge - antike Holzrkeisanlage für astronomische Berechnungen in Cahokia, Illinois USA

Auf der anderen Seite des Atlantiks zeigt die hölzerne Kreisstruktur von Woodhenge bei Cahokia, Illinois, dass auch indigene Kulturen Nordamerikas über beeindruckende Himmelsbeobachtung verfügten.

Woodhenge wurde nach dem britischen Stonehenge benannt – wegen der ähnlichen Funktion als Sonnenobservatorium.

Cahokia war zwischen ca. 1050 und 1350 n. Chr. das Zentrum der sogenannten Mississippian Culture – einer komplexen, stadtähnlichen indigenen Gesellschaft mit monumentaler Architektur.

Mit mehr als 100 Erdhügeln, darunter der gewaltige Monks Mound, war Cahokia zur Blütezeit größer als London.

Die Woodhenge-Strukturen wurden zwischen etwa 1100–1200 n. Chr. errichtet. Archäologen entdeckten 5 konzentrische Kreis-Anlagen aus hölzernen Pfosten, deren Ausrichtung mit Sonnenaufgängen zur Wintersonnenwende, Sommersonnenwende und Herbst-/Frühjahrs-Tagundnachtgleiche korrespondiert.

Die größte der 4 bekannten Anlagen hatte 72 Pfosten mit etwa 122 m Durchmesser. Ein riesiger Kalender.

Himmelsschale von Nebru
 

Aus der Bronzezeit ist die Himmelsscheibe von Nebra ein Relikt, das die Sonnenwenden und die Tagundnachtgleichen anzeigt. Ihr Alter wird auf 3700 bis 4100 Jahre geschätzt.

Bedeutung im Jahreskreis

Die Sommersonnwende markiert das astronomische Jahresmittel – den Höhepunkt der Sonnenkraft. Sie bildete historisch gesehen einen Wendepunkt im keltischen Jahresrad.

Die Sommersonnenwende symbolisiert im landwirtschaftlichen Kontext den Zeitpunkt, in dem Wachstum in Reife übergeht.

Sie ist ein Feuerfest. Schon in den alten Traditionen wurden große Feuer angezündet.

Feuerkraft und Fruchtbarkeit

Warum die großen Feuer?

Feuer galt seit jeher als Mittler zwischen Himmel und Erde – ein lebendiger Ausdruck der Sonnenkraft. In vielen Kulturen glaubte man, durch das Entzünden von Feuern die Sonne zu ehren und ihre Energie auf die Erde zurückzuholen. Besonders eindrücklich war dies bei den Azteken, die glaubten, die Sonne kämpfe nachts gegen die Dunkelheit – und durch Opfergaben unterstützt werden müsse.

Die Sonnwendzeit ist – ähnlich wie die Wintersonnwendzeit mit den Raunächten – nicht nur auf einen Tag begrenzt. Es ist ein Zeitraum von 12 Tagen, der seinen Höhepunkt am astronomischen Ereignistag – um den 21. Juni herum – erfährt.

Schon Tage – manchmal Wochen – vor der Sonnenwende sammelten und schichteten meistens die jungen Burschen einer Gemeinschaft das Holz für das Sonnwendfeuer. Und manchmal wurde das Holz auch im Dorf mit einem Bittvers erbeten. So zum Beispiel in Kärnten, wo der Vers bekannt ist:

Der Hl. Veitl tat bitten um an Scheitl.

Das Sonnwendfeuer wurde abends entfacht. Wenn die Sonne am Horizont verschwand. In dieser Zeit wurden in allen Haushalten die Herdfeuer gelöscht.

Mit der Glut des Sonnwendfeuers wurden sie am nächsten Morgen neu entfacht. Das erneuerte Feuer stand für den Neuanfang in der Gemeinschaft.

Den großen Sonnwendfeuern wurde das Alte, das Unnütze übergeben. In einigen Regionen glaubte man, durch das Verbrennen symbolischer Gegenstände wie Totenbrettern oder Kleidungsstücken kranker Kinder das Unglück zu bannen und Raum für Gesundung zu schaffen. 

Dem Sonnwendfeuer wurden in der Volksüberlieferung reinigende und symbolisch-heilsame Kräfte zugeschrieben – etwa für die Augen oder zur Stärkung der Felder, wenn der Rauch darüber hinweg zog. Die Asche hat man in die Felder oder Gärten ausgebracht für die Fruchtbarkeit und gegen Schädlingsbefall.

Tanz und Ekstase

In Lettland heißt es, dass man in der Johanninacht nicht schlafen darf, sonst sei man das ganze Jahr über müde.

Man tanzte vielerorts um das Feuer. Mal im Reigen in bestimmten Schrittfolgen, mal sind es kreisende Tänze, in der sich die einzelnen Tänzer solange um die eigene Achse drehen bis sie taumelnd umfallen.

In manchen überlieferten Bräuchen – besonders im Kontext spiritueller Ekstase – soll nur mit einem Kräutergürtel bekleidet getanzt worden sein, ein Gürtel mit als heilig geltenden Kräutern wie Beifuß, Eisenkraut oder Bärlapp, den man um die Hüften gebunden hatte. Keine Kleidung, keine Normen, keine Konventionen – nur der nackte Mensch im Einklang mit den Elementen. Eine Rückkehr zur puren Verbindung mit der Natur, frei von gesellschaftlichen Hüllen.

Zum Schluss wurde über das kleiner gewordene Feuer gesprungen oder über die Glut. Dieser Sprung galt als reinigend und erneuernd. Nach alter Vorstellung sollten durch das Feuer oder den Sprung über die Glut negative Energien oder störende Einflüsse symbolisch abfallen – ein rituelles Loslassen des Ungewünschten

Der Heilige Veit – Schwellenheiliger und Pilzpatron

Der 15. Juni, der Gedenktag des Heiligen Vitus (Veit), leitet den zwölfnächtigen Sonnenwendzeitraum ein. Vitus war ein frühchristlicher Märtyrer und gehört zu den 14 Nothelfern. Volksweisheiten sagen:

Nach St. Veit wendet sich die Zeit oder

Ist zu Sankt Veit der Himmel klar, dann gibt’s gewiss ein gutes Jahr.

Regen am St. Vitustag, die Gerste nicht vertragen mag.

Der Veitstanz (Chorea sancti Viti) bezeichnete eine mittelalterliche psychische Epidemie: Massentänze bis zur Erschöpfung.

Die Betroffenen verspürten bei dieser psychischen Epidemie den Drang, einen Reigen zu bilden und ununterbrochen zu tanzen, bis sie sich völlig verausgabt hatten. Ursächlich diskutiert wurden Ekstase, kollektive Trance – und möglicherweise der Einfluss halluzinogener Pilze.

Kräuterbiere und Zauberpilze

Die psychogenen und halluzinogenen Eigenschaften diverser Pflanzen und Pilze haben sich die Naturvölker vieler Kulturen zunutze gemacht. Für Rituale, für Heilung, für Erkenntnis, für das Verbinden mit den Geisterwelten und vielem mehr.

Es ist durchaus denkbar, dass sich die Feiernden zur Mittsommerzeit nicht nur dem ekstatischen Tanz hingaben, sondern auch berauschende Grutbiere oder pilzhaltige Zubereitungen nutzten, um die Schwelle zwischen den Welten zu durchschreiten. Grutbiere sind Kräuterbiere. Hopfen wurde erst viel später für die Bierbrauerei eingeführt. Die Kräuterbiere wurden vermutlich aus Gagelstrauch, Sumpfporst, Gundermann und eventuell Eschenblättern gebraut. Falls Bilsenkraut verarbeitet wurde, gab es eine etwas andere Rauschwirkung.

Wenn es an Vitus regnet, dann regnet es Pilze

Diese alte Bauernregel bringt den Heiligen Vitus, die Zeit der Sommersonnenwende mit den Pilzen in Verbindung.

Es gibt einige wenige Pilze, die zur Mittsommerzeit wachsen und halluzinogene Wirkungen erzeugen. Vorsicht ist geboten, weil die Verwechslungsgefahr mit tödlich giftigen Pilzen besteht. Ein bekannter psychoaktiver Pilz mit schamanischer Bedeutung in alten Kulturen ist der Psilocybin-haltige ‚Zauberpilz‘ – ikonographisch belegt auf prähistorischen Felszeichnungen in Nordafrika und der Lombardei. Er ist in unseren Breiten eher erst ab dem Spätsommer anzutreffen und seltener im Mittsommer. Aber wer weiß schon wirklich, wie es im Klima alter Zeiten war?

Zur Mittsommerzeit wuchsen eher leicht halluzinogen wirkende Pilze wie der halbkugelige Täuschling oder der Glockendüngerling.

Der Heilige Veit ist Schutzpatron vieler Orte in Deutschland, Italien, Kroatien und auch Schutzheiliger der Jugendlichen und Epileptiker, der Gastwirte, Apotheker, Winzer, Tänzer, Schauspieler, Bierbrauer, Küfer, Bergleute, Kupferschmiede und Landsknechte; der Stummen und Tauben; der Haustiere;

Im Volksglauben sollte die Anrufung des Hl. Veit vor Unwetter, Blitz, Feuersgefahr und Unfruchtbarkeit schützen.

Bei den Slawen ist der Hl. Veit auch Schutzpatron der Pilze. So sollen ihm gute Kobolde zur Seite stehen, um das Wachstum der Pilze zu fördern.

Hinweis zur Verantwortung mit Pilzen und Ritualpflanzen

Die im Artikel genannten Pflanzen und Pilze dienen ausschließlich der kulturhistorischen, spirituellen und volkskundlichen Einordnung.
Sie stellen keine Empfehlung zur Einnahme, Verarbeitung oder Anwendung dar.

Viele sogenannte Zauber- oder Ritualpilze unterliegen in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) oder können bei unsachgemäßem Gebrauch zu gesundheitlichen Schäden führen. Auch bei vermeintlich „harmlosen“ Arten besteht Verwechslungsgefahr mit stark giftigen Pilzen.

Bitte beachte:

  • Dieser Artikel ersetzt keine medizinische, therapeutische oder rechtliche Beratung.
  • Der achtsame Umgang mit der Natur schließt Wissen, Respekt und Verantwortung mit ein.

Der Heilige Johannes – ein Lichtbote zur Sonnenwende

Am 24. Juni wird der Geburtstag Johannes des Täufers gefeiert – exakt sechs Monate vor dem Geburtsfest Christi.

In vielen kirchlichen Deutungen steht Johannes für das abnehmende Licht, Christus für das zunehmende. Sein Ausspruch „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“ (Joh 3,30) wird oft mit der Sonnenwende in Verbindung gebracht: Nach der Sommersonnenwende beginnt der Weg zurück ins Dunkel – eine Einladung zur inneren Reifung.

Das Johannisfeuer wurde daher als Symbol des geistigen Lichtes gedeutet: Läuterung, Wandlung, Neuorientierung. Viele der alten Sonnenwend-Rituale wurden in dieses Fest aufgenommen – das Feuer, die Kräuter, das Wachhalten in der Johannisnacht.

Johannikräuter und Pflanzenmagie

Die Sommersonnenwende ist eine der wichtigen Zeiten zum Sammeln von Heilkräutern.

Die Johannikräuter sollen im alten Volksglauben gegen Blitz und Feuer, gegen Teufel und Hexen, gegen das Böse und Unheil schützen. Sie wurden in Haus und Stall aufgehängt und/oder es wurde mit ihnen geräuchert.

9 Johannikräuter

In manchen alten Kräuterbüchern ist von 99 heiligen Pflanzen die Rede – doch vermutlich diente diese Zahl eher der mystischen Aufladung: Die Neun als magische Zahl der Fülle durch die Wiederholung verstärkt. Dass wirklich 99 Kräuter gesammelt wurden ist nicht belegt.

Welche Kräuter zu den 9 wichtigsten Johannikräutern zählten ist regional unterschiedlich. Im Prinzip sind alle Kräuter, die zur Sommersonnenwende blühen Johannikräuter. Und das sind jede Menge.

Hier eine Auswahl von 9 Kräutern:

  • Natürlich gehört die Sonnwendblume dazu. Bekannt unter den Namen Johanniskraut oder Hartheu.
  • Arnika
  • Beifuß
  • Gundermann
  • Bärlapp
  • Mädesuß
  • Margerite
  • Ringelblume
  • Wilder Thymian

 

Und dann gibt es da noch den Teufelsabbiss. Hast Du davon schon gehört?

Das ist eine sehr alte Heilpflanze aus der Gattung der Kardengewächse. Die Wurzel stirbt am unteren Ende im Herbst ab und sieht dann aus, als wurde ein Stück abgebissen.

Die Legende besagte, dass der Teufel höchstpersönlich die Wurzel in der Mitternachtsstunde am Johannitag abbeisst, weil er über ihre Heilkräfte so empört sei. Daher musste diese Pflanze noch vor dem Johannitag geerntet werden.

Rituale zur Sommersonnenwende

Jahreskreisfeste wie die Sommersonnenwende spiegeln ein tiefes Zusammenspiel zwischen Naturzyklen und kollektivem Unbewusstem – wie es z. B. Storl beschreibt. (vgl. Storl, 2024)

In einer Zeit, die aus dem Gleichgewicht geraten scheint, laden uns solche Schwellenzeiten dazu ein, uns wieder bewusst mit der Quelle allen Lebens zu verbinden.

In einer Zeit, wie der jetzigen, in der so vieles aus den Fugen zu geraten scheint, ist die Rückbesinnung zur wesentlichen Urkraft des Seins – zur Natur – zu Mutter Gaia selbst mindestens aus energetischer und spiritueller Sicht absolut not wendig (im Sinne von: die Not wenden). Vielleicht sogar überlebenswichtig.

Die Sommersonnenwende steht symbolisch für Energie, Kraft, Leidenschaft und Erneuerung.

Die Natur steht in voller Blütenpracht. Wachstum und Vitalität haben einen Zenit erreicht und alles, was in Bezug auf die persönliche Transformation, auf Wachstum und Potenzialentfaltung ausgerichtet ist, kann in dieser Zeit besonders gut durch unterstützende Rituale gefördert werden.

 

Sonnenwend-Kräuterbüschel

Mache Dir einen kleinen Kräuterbüschel. Vielleicht in einem kleinen Stoffsäckchen. Sammle Gundermann, Eisenkraut, Lavendel und/oder weitere der oben genannten Kräuter. (Sei dabei achtsam mit Dir und der Natur – sammle nichts, wogegen Du allergisch bist und schneide die Kräuter vorsichtig, auf dass die Pflanze weiterwachsen kann). Trage diese Kräuter am Sonnwendtag mit Dir. Reflektiere über alles, was Du loslassen möchtest, was Dich belastet hat. Und übergib alle negativen Energien aus Deinem Aurafeld, aus Deinen Emotionen und Gedanken an diese heilsamen Kräuter.

Und diesen Kräuterbüschel übergibst Du dann in der Nacht dem Sonnwendfeuer, auf das alles Negative aus Deinem Leben mit der Kraft der Kräuter und des Feuers transformiert werde.

 

Affirmation Licht in mir

Zünde in der Nacht zum 21. oder 24. Juni eine einzelne Kerze an. Sprich laut oder innerlich:

Wie das Licht am Himmel nun seinen höchsten Punkt erreicht, so erkenne ich mein eigenes inneres Leuchten.

Ich ehre meine Kraft, meine Reife, mein Gewachsen-Sein. Und ich nehme an, was jetzt reift und vollendet werden will.

Lass die Kerze sicher brennen, während Du schreibst, reflektierst, tanzt oder still bist.

 

Johannikränzchen flechten

Sammle blühende Sommerkräuter und winde daraus einen Kranz.

Trage ihn bei Deiner Sommersonnenwendfeier oder lege ihn aufs Fensterbrett. Später kann er getrocknet als Schutz- oder Räucherwerk dienen.

Einladung, Dich zu verbinden

 

In einer Welt, die sich immer schneller dreht, lädt uns die Sommersonnenwende ein, still zu stehen – am Zenit des Lichts.

Sie erinnert uns daran, dass jede Kraft ihren Höhepunkt kennt – und dass in diesem Höhepunkt bereits das nächste Werden schlummert.

Vielleicht ist genau jetzt der Moment, Dein Licht zu feiern.

Deine Kraft zu würdigen.

Und Dich – in all Deiner Blüte – bewusst mit der lebendigen Erde zu verbinden.

Hinweis:
Die im Artikel beschriebenen Rituale, Kräuter und spirituellen Praktiken dienen der Inspiration im Rahmen traditioneller und spiritueller Jahreskreisbräuche.

Bei der Arbeit mit Pflanzen, Räucherwerk oder Feuer liegt die Verantwortung für einen achtsamen und sicheren Umgang bei jeder Person selbst. Bitte beachte dabei gesundheitliche Aspekte, mögliche Wechselwirkungen sowie örtliche Sicherheits- und Brandschutzvorschriften.

Quellen:

Wolf-Dieter-Storl: Die Magie der Sonnenwenden, GU-Verlag 1. Auflage 2024

https://www.heiligenlexikon.de/BiographienV/Vitus_Veit.htm

https://www.der-steirische-brauch.at/post/heiliger-veit-15-juni-1

Alle Quellenlinks zuletzt abgerufen im Juni 2025

Bilder:
Titel- & Beitragsbild: Feuertanz: Thomas Kelley, unsplash.com

Stonehenge: Jacob Amsun, unsplash.com

Woodhenge, DCRM-Dorego, unsplash

Himmelsscheibe von Nebra: WFS-Berlin, cc0, Wikipedia

Imbolc und die Energie der neuen Zeit

Imbolc und die Energie der neuen Zeit

Über die Raunächte und die innere Mitte

Lesezeit ca. 7 Minuten

Imbolc, das keltische Fest, das am 1. Februar gefeiert wird, ist ein bedeutender Wendepunkt im Jahreskreis. Es markiert den Übergang von der Dunkelheit des Winters zur aufkeimenden Helligkeit des Frühlings. In diesem Blogartikel geht es um die Ursprünge und Traditionen von Imbolc und die tiefere Bedeutung dieses Jahreskreisfestes für unsere persönliche Transformation in der neuen Zeit.

Symbolik und Wurzeln von Imbolc

Imbolc hat seine Wurzeln in der keltischen Kultur und wird traditionell als Fest der Erneuerung und Reinigung gefeiert. Der Name „Imbolc“ bedeutet so viel wie „im Bauch der Mutter“ und verweist auf die trächtigen Schafe in dieser Jahreszeit. Aber auch darauf, dass die Saat noch im Schoß der Erde ruht, bevor die ersten Keime wieder zu sprießen beginnen. Es geht um Fruchtbarkeit und Erneuerung. Dieses Fest findet genau zwischen der Wintersonnenwende und der Frühlings-Tagundnachtgleiche statt.

Imbolc wird im keltischen Kontext vom 1. Februar bis zum Sonnenuntergang am 2. Februar gefeiert, manche feiern es jedoch auch am Februar-Vollmond. Es ist eine Zeit, in der die ersten Anzeichen des Frühlings auftauchen, auch wenn der Winter das Land noch fest im Griff hat.

Diese alte Tradition, die tief in der keltischen Geschichte verwurzelt ist, feiert das Erwachen der Erde und die Rückkehr des Lichts nach den dunklen Wintermonaten. Es ist eine Zeit der Erneuerung und Reinigung und symbolisiert den Neubeginn und das Versprechen auf fruchtbare Böden und reiche Ernten in der Zukunft.

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Die Göttin Brigid

Dieses Fest ist eng mit der keltischen Göttin Brigid verbunden, die Licht, Fruchtbarkeit und Erneuerung verkörpert. Brigid wird oft mit dem Feuer assoziiert, das sowohl für das physische Licht als auch für die innere Inspiration steht. Ihre Göttinnen-Aspekte werden mit Heilung, Hebammen, Kindern, der Schmiedekunst und mit den Dichtern verbunden. So gilt sie als Beschützerin der Künste, des Handwerks und auch von Heim und Herd. Ihre Energie ermutigt uns dazu, unsere kreativen Impulse zu erkennen und zu verwirklichen.

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Mariä Lichtmess und die heilige Brigida von Kildare

Wir finden am 02. Februar in der katholischen Kirche den traditionellen Feiertag Mariä Lichtmess. Viele christliche Feiertage decken sich in der Energie und der Zeit mit alten heidnischen Traditionen.

Mariä Lichtmess steht ebenfalls für die Energie der Reinigung und Erneuerung. Nach einer alttestamentlichen Regel, galt eine Frau 40 Tage nach der Geburt ihres Kindes als unrein und musste anschließend ein Reinigungsopfer im Tempel erbringen. So wird Mariä Lichtmess daran gedacht, dass sie an diesem Tag ihren Sohn Gott weihte und für ihre Reinigung im Tempel als Opfergabe ein Schaf und eine Taube spendete.

Auch die Energie der Brigid, der keltischen Göttin, die mit Imbolc in Verbindung gebracht wird, wird im Prinzip weitergetragen. Mit der heiligen Brigida von Kildare wurde der 01. Februar von der katholischen Kirche als Gedenktag für die Heilige, die nach der Göttin Brigid benannt wurde, übernommen. Die Schaffung dieses heute in Irland als Feiertag begangenen Fests, hat somit indirekt die keltische Göttin Brigid zu einer der drei Schutzheiligen Irlands gemacht. Als Heilige Brigid wird sie für ihr landwirtschaftliches Wissen und ihre Rolle als Beschützerin von Herd und Heim gefeiert.

Wie können wir die Energie von Imbolc heute in unserem Alltag erwecken?

Es gibt traditionell verschiedenste Rituale, die Zeit von Imbolc zu feiern.

Dazu gehören beispielsweise die „Brigid-Kreuze“. Dies sind besondere Kreuze aus Binsen oder Stroh, die traditionell zu Ehren der keltischen Göttin Brigid angefertigt werden. Sie sollen Schutz und Segen für das Haus bringen.

Oder die „Brigid-Puppen“. Diese auch als „Brideog“ bezeichnete Puppe stellt die Göttin Brigid dar. Sie wird oft geschmückt und in ein „Brautbett“, einen kleinen Korb, gelegt, um Brigids Segen zu erbitten.

Was sich heute gut in unseren Alltag einbauen lässt:

Kerzen anzünden

Das Anzünden von Kerzen ist ein zentraler Brauch zu Imbolc und auch zu Lichtmess. Es symbolisiert die Rückkehr des Lichts, wenn die Tage wieder länger werden. Eine schöne Möglichkeit, die Wiedergeburt der Sonne und die schwindende Kraft des Winters zu ehren.

Imbolc-Kräuter

Die Verwendung von Kräutern wie Rosmarin, Basilikum und Engelwurz beim Basteln oder Kochen während Imbolc ist eine Möglichkeit, sich mit den heilenden und schützenden Aspekten der Jahreszeit zu verbinden.

Der Frühjahrsputz

Imbolc ist eine Zeit der Reinigung und Säuberung. Eine gründliche Reinigung des Hauses steht nicht nur symbolisch für körperliche Sauberkeit, sondern auch für geistige Erneuerung.

Räuchern

Unterstützen können wir den Frühjahrsputz durch das Räuchern. Es darf reinigend für Haus, Körper und Geist sein. Und wir dürfen uns dabei nochmals bewusst mit dem Neubeginn des Jahres auseinandersetzen. Was lassen wir endgültig los und was möchten wir in diesem Jahr erreichen?

Zu den geeigneten Räucherkräutern zählen beispielsweise Beifuß, Fichte, Rosmarin, Schafgarbe oder auch Wacholder oder Minze.

Das leibliche Wohl

Einige bevorzugen das Fasten in dieser Zeit, um eine innere körperliche Reinigung zu praktizieren. Aber eine der wohl häufigsten Imbolc-Traditionen ist das gemeinsame Essen mit den Liebsten. Zu den typischen Speisen gehören Milchprodukte, Samen und mit Zimt gewürzte Brote und Kuchen, die die Fruchtbarkeit der Erde und die von ihr bereitgestellte Nahrung symbolisieren. In Frankreich ist es Brauch, an „Chandeleur“, wie dort der 2. Februar heißt, Crêpes zu essen. Die runden, gelben Pfannkuchen stehen für die Sonne, die nun merklich die Tage wieder länger werden lässt.

Aussaat

Diese Tradition symbolisiert das Potenzial für neues Wachstum. Das Aussäen während Imbolc ist eine zutiefst symbolische Tradition und verkörpert das Versprechen eines Neuanfangs. Das Einpflanzen von Samen im Haus und das Beobachten, wie die jungen Setzlinge heranwachsen, spiegelt die Themen Geburt und Erneuerung wider, die für Imbolc zentral sind. Dieser Brauch entspricht nicht nur dem Geist der Jahreszeit, sondern verbindet uns auch mit dem Kreislauf von Wachstum und Regeneration.

Heilige Kraft des Wassers

Wasser als Symbol der Heilung und Reinigung spielt in den Imbolc-Traditionen eine wichtige Rolle. Die Durchführung eines Wassersegnungsrituals beinhaltet die Verwendung von Quellwasser oder geschmolzenem Schnee, um Haus, Garten oder einen heiligen Ort zu segnen. Diese Handlung symbolisiert die Reinigung vom Alten und die Begrüßung des Neuen.Es ist eine einfache und doch kraftvolle Art, sich mit der Essenz dieser Zeit der Erneuerung und Wiedergeburt zu verbinden.

Wir können uns auch mit einem reinigenden Bad auf diese Energien einstimmen.

Oder:

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Über Druidinnen und Druiden

Über Druidinnen und Druiden

Druidinnen, Druiden und das Druidentum

Eine Einführung in das moderne Druidentum

Was ist Druidentum? Ein spiritueller Weg, eine Lebensart, eine Philosophie, das Druidentum ist all dies…
Das heutige Druidentum ist wohlauf und lebendig, und es ist um die Welt gewandert
und hat dabei ein wundervolles Netz von Menschen gewoben,
welche die Erde ehren und respektieren…

Cairistiona Worthington, Druids – a beginner’s Guide

Was ist eigentlich eine Druidin / ein Druide?

Eine neuzeitliche Druidin oder ein Druide folgt der keltischen Naturspiritualität in Form des modernen Druidentums. Dieses basiert auf den keltisch-schamanischen Wurzeln Nordeuropas.

Erfahre in diesem Beitrag unter anderem mehr über Druiden, woher sie stammen, was sie mit Schamanen verbindet und wie der Alltag einer modernen Druidin aussehen kann.

Wer waren die Druiden?

In historischen Berichten der Römer über die Kelten wurden die damaligen Druiden beschrieben als:

  • Gelehrte
  • Priester
  • Philosophen
  • Astronomen
  • Berater
  • Seher
  • Heiler
  • Richter

Zu den historischen Fakten gibt es viele Spekulationen. Die Archäologie hat wohl bislang noch immer keine gesicherten Zuordnungen von Artefakten zu den Druiden.

Die ersten schriftlichen Berichte über Druiden stammen aus dem 1. Jahrhundert vor Christus, und vor dieser Zeit gibt es keine Aufzeichnungen. Das Wissen der Druiden wurde in oraler Tradition weitergegeben. Somit weiß man über die historischen Druiden eigentlich nur das, was durch die Überlieferungen weiter getragen wurde.

Für diese Überlieferungen waren zunächst die Römer verantwortlich, die mit ihren Truppen in Gallien eingefallen waren. Einer der ersten war Julius Cäsar.
Spätere Aufzeichnungen, zum Beispiel von Plinius, beziehen sich auf die Druiden als Magier, die eine besondere Verehrung für die Mistel und den Baum hatten, auf dem sie wuchs (oft eine Eiche).

Auch über Opferrituale finden sich Beschreibungen, deren Wahrheitsgehalt nicht rekonstruierbar ist. Heute geht man davon aus, dass die Römer und später auch die christlichen Mönche die Druidenrituale absichtlich besonders übertrieben beschrieben haben, um das Volk der Kelten abzuwerten und als barbarisch und unzivilisiert hinzustellen.

Im sehr tief gehend recherchierten Buch „Die Druiden“ heißt es, dass die Druiden durch eine spirituelle Autorität zum Priester berufen waren. Zu ihren Aufgaben gehörte das Bewahren von Wissen, das Ausüben von Ritualen und Zeremonien und das Hüten der Traditionen. Sie galten als Vermittler zwischen den göttlichen Welten und den Menschen.
(vgl. S. 39 Francoise Le Roux und Christian-J. Guyonvarc´h in “Die Druiden”, Arun-Verlag, 1996)

Doch das historische Wissen ist nur ein Teil eines bestehenden Wissensnetzes des modernen Druidentums.

Bild erstellt mit AI – Stable Diffusion

Über das moderne Druidentum

Es wird zwar weitläufig angenommen, dass das Wissen der Druiden durch die Christianisierung verloren gegangen sei. Aber die alten Lehren wurden in Mythologien und Geschichten weitergetragen.

Ein umfangreiches Eintauchen in überliefertes, zusammengetragenes und weiterentwickeltes Wissen bietet beispielsweise der weltgrößte Druidenorden Order of Bards, Ovates and Druids, der seit fast 60 Jahren besteht.

Das moderne Druidentum ist kein fertig entwickeltes Endprodukt. Es unterliegt einem stetigen, spirituellem Wachstumsprozess, der auf altem Wissen aufbaut und das Wissen der neuen Zeit ergänzt.
Ein Netzwerk aus verschiedenen Elementen, die sich wie Puzzleteile zu einem größeren Bild ergänzen.

Was ist das Druidentum für mich?

Für mich ist das Druidentum eine Lebensphilosophie. Ein naturbasierter Lebenspfad, in dem die Landschaft, die Erde, die Natur als Metapher für mein eigenes Leben gilt. Es geht darum, die innere Welt mit der äußeren natürlichen Welt zu synchronisieren, um ein Gleichgewicht zwischen den Kräften von Mutter Erde, dem Universum und mir als Mensch zu finden.

Im Druidentum, wie ich es erlernt habe, wird an diesem Gleichgewicht unter anderem am bewussten Umgang mit den Jahreszeiten und dem Jahresrad gearbeitet. Es gibt 8 wichtige Punkte im Jahresrhythmus, die auch für den individuellen Lebensweg markante energetische Eckpfeiler darstellen. Im achtsamen und bewussten Umgang mit den Kräften der Natur und ihren Rhythmen zeigen sich die Möglichkeiten für die Integration der Energien im alltäglichen Leben. So kann ein Gleichgewicht entstehen, das Spiritualität und Alltag miteinander in Harmonie bringt.

Es gibt mittlerweile einige druidische Organisationen. Ich kann hier lediglich über den OBOD (Abkürzung für Order of Bards, Ovates and Druids) sprechen,  weil er ein wichtiges Element auf meinem eigenen spirituellen Weg war und ist.

Es gibt dort keine Dogmen und Verhaltenskodizes oder Regeln, wie was wann zu praktizieren oder nicht zu praktizieren wäre. Die Mitglieder sind aufgefordert, ihrer inneren Stimme und ihrem inneren moralischen Kompass zu folgen und die Verantwortung für ihre eigenen Handlungen zu tragen. Ich muss mich keiner Gruppe anschließen und kann meinen Weg allein mit Mutter Erde und dem Kosmos gehen.

Wer den Weg des Druidentums weitgehend all-ein geht, den nennt man „Solitary“. Ich gehe den Weg des Druidentums auf meine Art und Weise. Und bin dennoch der Gemeinschaft zugehörig, in der ich mich auch sehr gerne nach meinen Möglichkeiten einbringe.

Mir schreibt niemand irgendwelche spirituellen Praktiken vor oder verpflichtet mich zu Handlungen, finanziellen oder anderweitigen Beiträgen oder sonstigem. Ich bin für das Konzept und die bereitgestellte Ausbildungsbegleitung sehr dankbar. Mir hat der Order einen spirituellen Rahmen ermöglicht, in dem ich mich wieder mit meiner Ahnenheimat und meinen spirituellen Wurzeln verbinden konnte. Ich liebe es, schamanische Methoden aus aller Welt aus dem alten Wissen zu kombinieren und für die heutige Zeit nutzbar zu machen.

Die spirituellen Wurzeln in unserer Kultur sind keltisch/germanisch. Für mich war das Keltentum einfach stimmig. Hat sich nach Zuhause angefühlt. Mir hat mein Ausbildungsweg beim OBOD für meinen eigenen Weg so viel Erdung, Kraft und einen „roten Faden“ gegeben.

Meine Dankbarkeit und meine Überzeugung für diese Form des Druidentums drücke ich aus, indem ich ehrenamtlich in dieser Gemeinschaft einen Beitrag leiste. Diese Gemeinschaft, die für mich im Stillen existiert und die mich nicht dazu nötigt, an irgendwelchen sonntäglichen Ritualveranstaltungen oder ähnlichem teilzunehmen, um meinen Glauben auszudrücken.

Foto Avebury by Kevin Hessey, unsplash

Was machen Druiden eigentlich?

Auch das ist eine Frage, auf die es wohl keine pauschale Antwort gibt. Kommt darauf an, ob die Integration sehr traditioneller Überlieferungen oder eher das moderne Druidentum gelebt wird. Sicher spielt es auch eine Rolle, welcher druidischen Gemeinschaft man angehört. Und natürlich, wie jede/r Einzelne das eigene Leben gestaltet.

Da sich das moderne Druidentum des OBOD als Lebensphilosophie darstellt, bringt die moderne Druidin ihr Wissen, ihren Erfahrungsschatz, ihre Kenntnisse aus den feinstofflichen Welten in ihr Leben ein. Das ist eigentlich ein automatischer Prozess. Das moderne Druidentum wird so ganz natürlich auch im normalen Alltag integriert.

Mag sein, dass viele der heutigen Druidinnen und Druiden zwar langfristig lieber im Wald wohnen würden. Aber das ist wahrscheinlich gar nicht mehr die Aufgabe der Druiden von heute. Und so gibt es viele Druidinnen und Druiden in Städten, die die Energien hochhalten, indem sie die Verbundenheit mit der Natur, den Rhythmen und Zyklen von Mutter Erde und dem Kosmos praktizieren und damit ihr Leben, das Leben in ihrem Umfeld und den Schutz der Umwelt bereichern.

Unter den Druiden gibt es die „Aussteiger“ genauso wie die Outdoor-Spezialisten oder jene, die ihre 4 Wände nicht so gern verlassen. Manche können es so wie ich mit ihrer Berufstätigkeit verbinden, anderen sprechen nicht darüber.
Wieder andere sind glücklich und zufrieden, wenn sie die Jahreskreisfeste begehen und ein paar Waldspaziergänge im Alltag einbauen.

Andere halten gern tägliche Rituale ab. Im Ausbildungsweg werden viele Methoden und Herangehensweisen gezeigt. Wie gesagt: ein sehr individueller Weg.

Generell dreht sich vieles um das Jahresrad. Die 8 keltischen Feste bieten eine Basis für den bewussten Umgang mit den entsprechenden Energien. Im Jahresverlauf und im Lebensverlauf.

Die Jahreskreisfeste bieten Raum für Gestaltung und eigene Kreativität.

Manche, die den druidischen Weg gehen, fühlen sich zu den alten heiligen, keltischen Stätten hingezogen und nutzen unterschiedliche Jahreskreisfeste als Pilgermöglichkeit. Stonehenge, Avebury und Glastonbury in England sind da wohl die bekanntesten Orte.

Andere begehen die Feste in kleineren Gruppen Gleichgesinnter oder wie ich im Familienkreis oder mit einer Zeremonie allein.

Über die 8 Stationen des Jahreskreises gebe ich an anderer Stelle noch mehr Informationen.

Foto Glastonbury by Nicholas Allen Innes, unsplash

Was bedeutet das Wort „Druide“?

Es gibt verschiedene Erklärungsversuche zur Herkunft des Wortes Druide oder druid im Englischen.

Eine recht vereinfachte Erklärung entstand durch die Schriften von Plinius, der einen Bezug zum griechischen Wortstamm „drys“ für Eiche herstellte. Für ihn war der Zusammenhang schlüssig, weil er die Wichtigkeit der Eiche für die Druiden erkannt hatte.

Den keltischen Ursprüngen gerechter wird die Erklärung des Namens unter Betrachtung der gallischen, irischen, walisischen und bretonischen Wortwurzeln. Die allerdings auch den Bezug zur Eiche erkennen lassen.

Beispielsweise im gälisch-irischen Wort doire, was mit Eiche oder Weisheit übersetzt werden kann. Aus diesem Kontext hat man den Begriff Druide als Eichenkundiger oder Weiser des Waldes beschrieben, was auch die tiefe spirituelle Verbundenheit mit der Natur zum Ausdruck bringt.

In der protokeltischen Sprache (der Sprache der Urkelten zur Zeit um 500 v. Chr.), die mittlerweile immer besser rekonstruiert werden kann, gibt es das Wort derwo-wid. Man geht davon aus, dass es den Druiden bezeichnet. Die Übersetzung bedeutet so viel wie: jemand, der so stark und standfest wie eine Eiche ist.

Eine andere Erklärung kann im indogermanischen Wortstamm dru-wid-es gefunden werden. Das wird übersetzt mit: besonders weit Sehende oder die sehr Gelehrten.

Gab es früher überhaupt Druidinnen?

Mit dem Begriff des Druiden wurden und werden sehr häufig vor allem Männer assoziiert. Nicht zuletzt haben da sicher auch Gestalten wie Miraculix – der weißbärtige alte Druide bei Asterix und Obelix, der mit goldener Sichel Misteln schneidend in den Eichen hockte – oder ein Gandalf aus der „Herr der Ringe“-Trilogie beigetragen.

Aber gab es auch weibliche Druiden. Also Druidinnen (engl: druidess)?

Ja, gab es. Und die Druidin war nicht etwa „nur“ die Ehefrau eines Druiden, sondern sie war selbst die spirituelle Expertin, diejenige, die Magie, Heilkunst, Divination, die Andersweltreisen usw. beherrschte und praktizierte.

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Es heißt in Fachkreisen, dass in unserem Kulturkreis die Schamanen überwiegend weiblich waren (vgl. Storl Video). Auch das wohl ein klarer Hinweis auf die Existenz von Druidinnen.
Verschiedene archäologische Funde deuten auf Druidinnen hin.

In Rheinheim im Saarland beispielsweise wurde ein keltisches Frauengrab entdeckt. Aufgrund der Bestattung und Grabbeigaben wurde darauf geschlossen, dass es sich um eine Priesterin, Heilerin oder Seherin gehandelt hat und sie damit zu den Druidinnen gehört haben könnte. Man hat es als Fürstinnengrab von Reinheim bezeichnet, weil alles an dem Fund auf eine Person von höherem sozialem Stand, zu dem der Stand der Druiden zählte, hinweist.

In Edingburgh, Schottland wurde 2019 ein weiblicher Schädel als 3D-Wachsmodell rekonstruiert. Der Schädel stammte aus einer archäologischen Sammlung aus 1833, die insgesamt 6 Schädel von Druiden der schottischen Hebriden beinhaltet. Der rekonstruierte Schädel gehörte einer Druidin, der man den Namen Hilda gab. Der Schädel stammt aus der Eisenzeit und die bereits vor ihrem Tod zahnlose Druidin wurde ungefähr 60 Jahre alt. Das war damals das Doppelte des Durchschnittsalters von Frauen jener Zeit.

Sowohl in der irischen Mythologie als auch in etlichen römischen Schriften finden sich Hinweise und Aufzeichnungen über Druidinnen.

In Irland gab es für Druidinnen eine eigene Bezeichnung, wie beispielsweise der Begriff: Bandruí (bedeutet weiblicher Druide). Die Banfili waren die weiblichen Barden.

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Gibt es einen Unterschied zwischen Schamanen und Druiden?

Der Begriff Schamane stammt eigentlich aus der tungusischen Sprache. Das Wort šamán bedeutete so viel wie: „der, der weiß“ oder „der im Dunkeln sehen kann“. Schamanen gelten als besondere Wissensträger.
(vgl. Ronald Hutton: Shamans: Siberian Spirituality and the Western Imagination. Hambledon Continuum, 2011).

In dieser Worterklärung siehst Du schon die Parallele zum Druiden: das „weite Sehen“ und das „tiefe Wissen“, das sich in der Namensgebung des Schamanen und des Druiden (dru-wid-es) gleichermaßen ausdrückt.

Die Schamanen der alten Zeiten waren Angehörige der tungusischen Völker, die vor allem in Sibirien, der Mongolei und der Mandschurei (Nordchina) lebten.

Sehr vereinfacht ausgedrückt sind Schamanen im engeren Sinne so etwas wie spirituelle Experten, die neben ihrer ausgeprägten Naturverbundenheit auch über bestimmte außersinnliche Fähigkeiten und Gaben verfügen.

Die Rolle eines Schamanen kann je nach Kultur variieren, aber im Allgemeinen sind sie dafür bekannt, spirituelle Führung, Heilung und Unterstützung anzubieten. Sie können als Ratgeber, Heiler, Wahrsager oder Vermittler bei Konflikten dienen. Schamanen haben oft spezielle Fähigkeiten wie das Reisen in die spirituelle Welt, das Kommunizieren mit Geistern oder das Durchführen von Ritualen zur Beseitigung von negativen Energien.

Ursprünglich gehört der Begriff „Schamane“ zwar in die tungusische Welt. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich diese Bezeichnung allerdings global als eine Art Sammelbegriff verbreitet. So entstand eine Verallgemeinerung des Wortverständnisses. Diese Verallgemeinerung wird den spirituellen Experten der einzelnen Kulturen und indigenen Völker nicht immer gerecht.
Die Praktiken und Überzeugungen von Schamanen hängen stark von ihrer kulturellen Herkunft ab. Jede indigene Kultur hat ihre eigenen spezifischen Traditionen und Rituale, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.

Schamane ist also nie gleich Schamane.

Dennoch sind die Begriffe des Schamanen, des Schamanismus oder Schamanentums stellvertretend geworden für die spirituellen Experten vieler Kulturen.

Druiden und Schamanen als Mittler zwischen den Welten, die vermitteln zwischen den Menschen und den göttlichen Kräften…

Für mich liegt in der weiten Verbreitung von Informationen zum Schamanismus eine Wissensquelle, aus der sich Rückschlüsse bilden lassen auf die möglichen keltischen Traditionen und aus der sich vieles ableiten lässt für das moderne Druidentum. Auch, wenn der Begriff „keltischer Schamanismus“ kein offizieller Begriff ist, so birgt er doch eine Logik in sich, die Schamanentum und Druidentum verbindet.

Denn letztlich ist ja sowieso alles mit allem verbunden. 🙂

Druide oder Schamane werden?

In einem Vortrag des Ethnobotanikers Wolf Dieter Storl über Schamanismus, sprach er davon, dass sich in den Naturvölkern niemand darum reiße, Schamane zu werden. Die Konfrontation mit den Welten des Unsichtbaren und den Wirren der energetischen Konstellationen brauche eine besondere Stabilität und geistige Klarheit. Freiwillig werde das in den indigenen Völkern nicht gesucht. Vielmehr werde man zum Schamanen berufen. Und zwar von der Geistigen Welt. Das äußere sich häufig auch durch Erkrankungen, die auftreten, wenn der/die Berufene dem Ruf nicht folgt oder ihn nicht hört.
(vgl. Video Storl, Quelle siehe unten)

Und wie mir einst ein Schamane mitteilte: Zum Schamanen wirst Du nicht durch eine Ausbildung. Du wirst Schamane, weil Dich die Geistige Welt dazu beruft. Wenn es diesen Ruf nicht gibt, nutzt Dir keine Ausbildung etwas, weil Du die Wege in den Anderswelten nicht finden kannst.

ABER: wenn Du nicht eingewiesen wirst, wirst Du den Ruf nicht verstehen und es gibt viele Irrwege, die Dich in den Anderswelten fehlleiten können.

Daraus kannst Du sicher selbst sehr gut schlussfolgern: Nicht jede Ausbildung macht Dich zu einem Schamanen. Aber wer berufen ist, wird ohne eine erfahrene Einweisung wahrscheinlich so einige Probleme im modernen Alltag erfahren.

Dasselbe Prinzip gilt für diejenigen, die sich zum Druiden/zur Druidin gerufen fühlen. Wenn Du diesen inneren Ruf verspürst, findest Du Informationen und Begleitung für diesen Weg beim OBOD (Order of Bards, Ovates and Druids)

Im modernen Druidentum des OBOD gibt es mehrere Stufen, auf die ich weiter unten eingehe.

Eine weitere Frage, die schon öfters an mich gerichtet wurde, ist:

Woher weiß ich, dass ich zum Druidentum berufen bin?

Diese Frage lässt sich ebenfalls nicht pauschal beantworten. Die Geistige Welt hat viele Wege, mit uns zu kommunizieren.

Es kann sein, dass Du immer wieder intensive Träume in der Richtung hast. Die meisten, die ich kennenlernen durfte, hatten als Gemeinsamkeit, dass sie sich in der Gesellschaft, ihrem Umfeld oder auch ihren Familien irgendwie nie wirklich zugehörig fühlten. Fehl am Platz, falsch in dieser Welt. Häufig kombiniert mit außersinnlichen Wahrnehmungen, für die es aber in ihrem Umfeld auch nicht unbedingt Verständnis gab. Meistens können/konnten diese Personen ihre Wahrnehmungen zunächst gar nicht richtig zuordnen.

Auch bei mir war das so ähnlich. Aber das ist eine andere Story.

Manchmal gibt es wiederkehrende Lebensereignisse, die wie eine Art Trigger wirken.

Ich kenne das beim Thema „Tod“. Jedes Mal, wenn ich mit Tod, Sterben und Trauer konfrontiert war, hat sich in meinen Wahrnehmungen etwas maßgeblich verändert. Als sei der Tod eine Art Weiterentwicklungs-Trigger.

Andere stehen eines Tages auf und wissen es einfach.

Wieder andere sind ewig auf der Suche, wissen aber nicht, wonach. Im Idealfall, wenn sie gelernt haben, ihren Impulsen zu folgen, werden sie an einen Punkt gelangen, an dem sie es finden. Manchmal werden sie von schamanischen Lehrern „entdeckt“ und der ausgebildete Druide oder Schamane kann sie anleiten.

Auf jeden Fall darfst Du Dir sicher sein, dass Du Zeichen und Signale erhalten wirst, wenn Du berufen bist. Das können Impulse, Träume, ein bestimmtes Bauchgefühl – etwas, das anders ist als das Gewohnte sein. Dir werden dann auch die Möglichkeiten, diesen Weg zu gehen, aufgezeigt.
Sei es durch jemanden, der Dich führen kann, durch ein Ausbildungskonzept, das Dich förmlich magisch anzieht oder ähnliches.

Ich wurde auch schon gefragt:

Was, wenn ich keinen Ruf wahrnehme, aber trotzdem Druide werden will?

Wer sagt, dass Dein starker Wunsch nicht schon der Ruf ist? 🙂

Wenn Du Dich zu diesem spirituellen Pfad, dieser Lebensphilosophie und/oder dieser Form der Naturverbundenheit hingezogen fühlst – dann geh los.

Es gibt viele Möglichkeiten, Dir druidisches Wissen anzueignen. Da ich selbst einiges an Literatur auf diesem Gebiet kenne und auch die Erfahrungen habe, die mit einem angeleiteten und begleiteten Weg einhergehen, kann ich nur empfehlen, den angeleiteten Weg zu gehen.
Er wird viele Irrwege ausschließen und dafür sorgen, dass Du nicht wild im großen Gebiet der esoterischen Literatur herumstocherst, um Dir mühsam das zusammenzusammeln, was für Dich passend sein könnte.

Außerdem ist es äußerst wertvoll, von einer erfahrenen Druidin /einem erfahrenen Druiden oder jemandem, der den druidischen Weg schon geht, begleitet zu werden.

Vor allen Dingen, wenn Du bereits mit außersinnlichen Wahrnehmungen zu tun hast, die Du noch nicht ganz verstehst. Dann ist es auf jeden Fall gut, wenn Du Ansprechpartner hast oder sogar einen Mentor/Mentorin, der Dir die Anderswelten, Deine Wahrnehmungen, Träume und die Abläufe der feinstofflichen Prozesse erklären kann und Dir zeigt, wie Du künftig selbst damit am besten umgehst. Übrigens: nicht jeder, der den druidischen Weg geht, at automatisch auch gleichzeitig die volle Bandbreite außersinnlicher Wahrnehmungen. Es ist keine Voraussetzung, dass Du hellhörig oder hellfühlig in irgendeiner Weise bist, um den druidischen Weg zu gehen. Folge Deiner inneren Stimme. Folge Deinem Herzen. Dann bist Du auf diesem Weg richtig.

Über den OBOD

OBOD ist die Abkürzung für Order of Bards, Ovates and Druids. Das bedeutet übersetzt: Orden der Barden, Ovaten und Druiden.

So mancher stolpert über den Begriff „Orden“, weil das im deutschen Sprachverständnis in der Regel mit kirchlichen Institutionen (Klöster, Ordensschwestern) assoziiert ist.

Im englischsprachigen Raum steht der Begriff in diesem Fall für einen Zusammenschluss von Menschen mit spirituell gleichgesinnter Ausrichtung. Der Order ist kein Geheimbund und auch keine Sekte. Er ist keine hierarchische oder dogmatische Organisation.
Es gibt eine/n „Chosen Chief“. Die Person wird gewählt und versteht sich als Repräsentant*in für den Order. Nicht als „Chef*in“. Aktuell ist chosen chief eine Druidin. Eimear Burke hat Philip Carr Gomm in diesem Amt abgelöst.

Im OBOD wird der „Priester*Innen-Aspekt“, wie es in alten Zeiten wahrscheinlich üblich war, nicht mehr umgesetzt. Hier gibt es eine Gleichstellung der Teilnehmer an den Festivitäten und Zeremonien. Es gibt so etwas wie eine Ritualleitung, die für die Rahmenbedingungen sorgt. In anderen Druidenorden gibt es wiederum noch das Konzept nach dem Vorbild der Offenbarungsreligionen von Klerus und Laie.

Das moderne Druidentum, wie es im OBOD gelehrt wird, setzt sich aus drei verschiedenen Graden zusammen. Hier nur ein sehr kleiner Überblick über diese Grade oder Stufen, die auf dem Weg beschritten werden können. Wer dazu mehr wissen möchte, sei auf die ausführlichen Informationen auf den Seiten des OBOD verwiesen.

Der Bardengrad

Hier erkundest Du unter anderem Deine eigene Kreativität. Indem Du Dich mit der Natur, der Landschaft, den Mythen Deines Landes beschäftigst und auseinandersetzt. Du erfährst und lernst über und mit der Energie von Jahreskreis, Tieren und Pflanzen.

Der Vatengrad

In diesem Grad kommen die schamanischen Aspekte zum Tragen. Du lernst, wie Du die Welten bereist und Dich noch tiefer mit den inneren Welten verbindest. Wie Du Dich durch die Zeiten – Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – navigierst. Und natürlich geht es im Grad der Seher auch Divination und Kräuterkunde.

Der Druidengrad

Das ist im Prinzip der philosophische Aspekt des Weges. Hier geht es darum, Weisheit zu gewinnen bzw. die innere Weisheit zu entfalten. Es geht auch um die Verantwortlichkeit, die wir als Wesen in dieser Welt haben, darum, die eigenen Handlungen auch aus ethischen Perspektiven zu hinterfragen. Darum, nützlich und dienlich für eine Gemeinschaft oder die Natur zu sein. Und um die Vorstellung, ein Lehrer, eine Führungskraft zu sein, die dem größeren Ganzen dient.

Jeder kann sich frei entscheiden, wie er den Weg geht. Der druidische Weg fängt mit dem Barden an, geht mit dem Ovaten weiter zum Druiden. Aber wer im Bardengrad zuhause ist, der bleibt Barde. Einfach, weil es seine/ihre Gabe ist. Es gibt keine Hierarchie oder ein besser oder schlechter als der andere sein. Der Order sieht die Individualität im spirituellen Weg jeder einzelnen Person. Es geht um Gleichgewicht und Gleichheit. Egal, ob männlich oder weiblich, jung oder alt, einer institutionellen Religion zugehörig oder nicht. Die aktuelle Chosen Chief, Eimear Burke sagte neulich in einem Vortrag sinngemäß so schön, dass der Order getragen wird von der Philosophie der Gleichberichtigung und der wahren Menschlichkeit aus dem Herzen.

Noch immer empfinde ich die Entscheidung für den druidischen Weg beim OBOD die beste von allen Ausbildungsvarianten, die ich sonst noch abgeschlossen habe.
Ich habe zu meinen spirituellen Wurzeln gefunden und damit auch die Kraft, weiter zu wachsen, mich zu entfalten und mein Wissen und meine Gaben für andere noch effektiver einsetzen zu können.

Wenn Du noch mehr über den OBOD erfahren möchtest, findest Du hier ausführliche Informationen: zum Order of Bards, Ovates und Druids (deutschsprachige Seite) >>>

Zum Abschluss ein kleiner Einblick in meinen Alltag als Druidin:

Mein Alltag als Druidin

Ich lebe mich als Druidin der neuen Zeit in meiner täglichen spirituellen Praxis.

Und nein, ich klettere nicht auf Eichen herum und versuche mit einer goldenen Sichel Misteln zu schneiden 😉

(Meine Misteln kaufe ich auf einem Bauernhof).

Meine spirituelle Praxis besteht unter anderem aus Meditation, Achtsamkeitsübungen und der praktizierten Verbindung zur Geistigen Welt. Unterstützt und gestärkt durch das Kartenlegen oder die Nutzung von Heilsteinen und Kräutern, von Spaziergängen in der Natur, meinen Andersweltreisen und weiteren feinen Dingen aus der „spirituellen Wirkzeugkiste“.

Die Jahreskreisfeste sind für mich eine Strukturgebung im Rhythmus des Lebens. Meine liebsten Zeiten sind die Zeit der Rauhnächte zwischen Wintersonnwende und dem Januar-Vollmond. Und die Zeit um Beltane, dem 1. Mai. Für mich sind das energetische Räume mit besonders kraftvollem Transformationspotential, das ich sehr gerne nutze, um mich selbst weiterzuentwickeln und auch meine eigenen Themen regelmäßig anzuschauen.

 

Bei mir ist im Laufe der Zeit mein druidischer Weg immer mehr mit meinem Wirken als spirituelle Wegbegleiterin verschmolzen. Als spirituelle Beraterin stehe ich meinen Klienten in vielen Lebensfragen zur Seite. Ob es darum geht, Wege aus Lebenskrisen zu finden oder die spirituelle Entwicklung zu unterstützen.

Und was die „Andersweltreisen“ betrifft, so bin ich da beinahe täglich für meine Klienten „unterwegs“, wenn ich Auraclearings und Auraharmonisierungen durchführe.

Wer darüber noch nichts weiß: Wenn ein Druide oder Schamane über Andersweltreisen und das Erlebte spricht, dann ist das nicht etwas, was seiner Phantasie entspringt, was er glaubt oder sich zurechtlegt. Druiden und Schamanen erleben das, was sie berichten. Es ist real und vielleicht am einfachsten damit zu beschreiben, dass es eine Realität einer anderen Dimension ist. Die Aufgabe des Schamanen ist es, zu vermitteln. Das heißt, das Gesehene so in Worte zu fassen, dass es verständlich für andere Menschen wird, die die unsichtbaren Welten nicht sehen können.

Wolf Dieter Storl: „Er [der Schamane] beschreibt oder umschreibt eine Wahrheit, die sehr schwer in Wort und Bild zu fassen ist.“

Darin sehe ich eine meiner Hauptaufgaben auf meinem spirituellen Weg: Das Unsichtbare so in Worte zu fassen, dass es für Dich sichtbar und verständlich wird. Denn in der Kraft unserer unsichtbaren Energien liegt unser eigentliches Potential.

 

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Quellen und Literaturverzeichnis
Allgemein:
Philip Carr-Gomm, Weisheit der Natur, Aurum-Verlag, 2009
Francoise Le Roux und Christian-J. Guyonvarc´h in “Die Druiden”, Arun-Verlag, 1996
Wolf Dieter Storl: Video: Schamanenpflanzen – was können wir von ihnen lernen? https://www.storl.de/themen/schamanismus/#videos

Wer waren die Druiden?

Weibliche Druiden:
https://en.wikipedia.org/wiki/Druid
Fürstinnengrab von Reinheim: https://de.wikipedia.org/wiki/Keltisches_Fürstinnengrab_von_Reinheim
https://www.ancient-origins.net/news-history-archaeology/female-druid-0012443
https://www.dundee.ac.uk/stories/student-reveals-face-iron-age-female-druid
https://www.ancient-origins.net/history/female-druids-forgotten-priestesses-celts-005910
https://www.libraryireland.com/Druids/Druidesses.php

Bilder:

Titelfoto: Simon Wilke – unsplash.com
Druidenbilder: stable diffusion bearbeitet von Claudia von der Wehd