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Bewusstseinswandel braucht Orientierung –
wenn sich Wahrnehmung verändert

Spiritualität als Zukunftskompetenz – innere Orientierung und bewusste Selbstführung im Wandel der Zeit

Worum es in diesem Artikel geht

In Zeiten des Bewusstseinswandels verändern sich bei vielen Menschen Wahrnehmung, Sensibilität und inneres Erleben.
Neue spirituelle Erfahrungen können sich öffnen – oft verbunden mit Verunsicherung, Überreizung oder dem Gefühl, den eigenen Wahrnehmungen nicht mehr trauen zu können.

Dieser Artikel ordnet diese Prozesse ein und zeigt, warum es in solchen Phasen weniger um Entwicklung oder Aktivierung geht, sondern um Orientierung, Integration und innere Stabilität.

Er richtet sich an Menschen, die ihre Wahrnehmungen bewusst einordnen, verkörpern und in ihr Leben integrieren möchten – ohne sich zu überfordern oder vorschnell festzulegen.

Lesezeit ca. 10 Minuten

Wenn sich Wahrnehmung verschiebt

Unsere aktuelle Zeitqualität bringt energetisch große Veränderungen mit sich. Immer mehr Menschen stellen dabei auch fest, dass sich ihr Empfinden, ihre Wahrnehmungen verändern.

Sie werden empfindlicher. Sensibler. Spüren Dinge, die sie vorher nicht wahrgenommen haben. Viele beschreiben neue Hellsinne, tiefes Traumgeschehen, einsetzende Medialität. Dieser Entwicklungsprozess in den menschlichen Erfahrungswelten ist nichts Neues und eigentlich ist er so alt wie die Menschheit.

Je intensiver die mit den energetischen Veränderungen verknüpften spirituellen Erfahrungen, desto größer häufig die Verunsicherung.

Nicht, weil etwas falsch läuft – sondern weil die Erfahrung für eine Einordnung fehlt.

Manche beschreiben diesen Prozess als eine Art energetische Evolution – als Ausdruck eines sich verändernden Bewusstseins. Und bei vielen Menschen löst das zeitweise auch mentales, emotionales oder physisches Unbehagen aus.

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Wenn neue Wahrnehmungen überfordern

Viele Menschen versuchen, neue Wahrnehmungen sofort zu deuten, noch schneller weiterzuentwickeln oder auch so schnell wie möglich monetär nutzbar zu machen.
Andere wollen verdrängen, es nicht wahrhaben und gehen in einen fluchtartigen Aktionismus mit diversen Ablenkungstätigkeiten.
Wieder andere geraten in eine Art spirituelle Überheblichkeit und glauben, sie seien mit ihren Gaben nun besser oder weiter oder entwickelter als andere. So gibt es die unterschiedlichsten Arten, mit den neuen Wahrnehmungen umzugehen.

Als Folgen der erweiterten spirituellen Erfahrungen und der Vermischung solcher Reaktionsmuster beobachte ich in meiner Arbeit derzeit häufig Überreizung, wachsende Orientierungslosigkeit bis hin zur völligen Erschöpfung – energetisch und auch auf allen anderen Ebenen. Oder auch ein sich Verlieren in spirituellen Konzepten und Richtungen.

Neue Wahrnehmungen – wie sich öffnende Hellsinne, mediale Zugänge oder eine gesteigerte Sensibilität – stellen für viele Menschen zunächst eine große Herausforderung dar. Besonders dann, wenn diese Wahrnehmungserweiterung plötzlich, unerwartet und ohne inneren Kontext auftreten. (Und das tun sie anscheinend meistens).

Unsere rationale Prägung stellt meist zuerst die Frage in den Raum, ob wir noch ganz „normal“ sind.

Das Denken spielt während der Integrationszeit so manchen Streich mit einem. Für neue Wahrnehmungen fehlt noch die Referenz und das führt zu jeder Menge Interpretationsansätzen. Vieles davon entpuppt sich in der Folge als Fehlinterpretationen. Wer glaubt, dass er über Nacht mit der Gabe, künftige Ereignisse zu sehen, sofort klarkommt, wird meistens eines Besseren belehrt.

Neben den neuen Wahrnehmungen, den neuen Energien und dem neuen Zugang zur Intuition gibt es dann unter Umständen auch noch eine Konfrontation mit Fehlschlägen, mit Ratlosigkeit, Orientierungslosigkeit und manchmal auch mit dem Wunsch, alles wieder „loswerden“ zu wollen.

So entsteht schnell ein innerer Zustand zwischen Überforderung, Selbstzweifel und dem Gefühl, den eigenen Wahrnehmungen nicht trauen zu können.

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Wenn Übergänge keinen Halt haben

Wir haben in unserer Kultur überwiegend gelernt, vor allem Energien wie Aktivität, Handlung und Umsetzungskraft auszuleben. Dazu kommt noch die rasante Entwicklung technischer Möglichkeiten oder von Internet und KI. Nicht, dass diese Entwicklungen „falsch“ wären – sie berücksichtigen nur Übergänge und innere Reifungsprozesse kaum. Sondern erzeugen noch mehr Aktionismus, Informationsfluten und das hineingezogen werden in den Strom des Tuns anstatt im Fluss des Lebens zu sein.

Wenn in diese Alltagsformen dann plötzlich neue Wahrnehmungen über uns kommen, ist die Überreizung unserer Energie- und Nervensysteme eigentlich logisch. Unser spirituelles Sein ist verbunden mit Qualitäten wie dem Empfangen, der Schöpferkraft, dem sein lassen, einem in sich aufnehmen können. Das sind für einige Menschen Qualitäten, deren Ausleben sie sich erst einmal erlauben dürfen. Besonders im Rahmen eines hektischen Alltags.

Die neuen Wahrnehmungen, wie beispielsweise Hellsinne, Medialität, intuitives Spüren brauchen Einkehr, Innenschau und Raum, sich zu entfalten.

Sie werden nicht „gemacht“ – eigentlich werden sie erinnert.

Und plötzlich geht es eben nicht mehr um das aktive Tun, sondern um das geschehen Lassen, das Beobachten und Integrieren. Darin liegen die stabilen Grundlagen für die neuen Wahrnehmungsebenen.

Neue Sichtweisen bringen auch neue Erkenntnisse mit sich. Vielleicht geht es Dir ja auch so: Bei näherer Betrachtung und einem neuen Hineinspüren stellst Du fest, dass Du Dein Leben nicht (mehr) wirklich authentisch lebst. Dass Du Dich für Erwartungen und Glaubenssätze anderer verbiegst und verbogen hast.

Plötzlich bist Du konfrontiert mit neuen Wahrheiten, neuen Perspektiven, neuen Gefühlen, neuen Gedanken. Energien, die Du vielleicht zuvor so noch nicht gespürt hast.

Im Spektrum neuer Wahrnehmungen und neuer spiritueller Ebenen kann sich dann auch noch zeigen, dass das gewohnte Umfeld nicht so wirklich Verständnis für das hat, was wir grade durchmachen. „Stell Dich nicht so an“. „Reiß Dich zusammen“ sind da wahrscheinlich die meistgehörten Sätze, die verkünden, dass unser Gegenüber nicht versteht, was grade passiert.

 

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Als Folge aus der Mischung neuer Wahrnehmungen, neuer Erkenntnisse und neuer Außenreaktionen kann es sein, dass der Körper reagiert: mit Rückzug und Erschöpfung.
Viele Menschen beschreiben in dieser Phase das Gefühl, auszubrennen, überfordert zu sein, sich nicht konzentrieren zu können oder auch unter Schlafstörungen zu leiden.

Manche berichten, dass sie sich kaum noch arbeitsfähig fühlen oder sich von einem Tag auf den anderen quälen, um weiter zu funktionieren.

Das Problem dieser Zeit ist nicht, dass uns das Wissen fehlt.

Das Problem ist, dass wir Schwellenzeiten und Übergänge nicht (mehr) verstehen.

Wir verstehen die Botschaften der Seele anfangs nicht, wenn die Wahrnehmungen neu aufmachen. Vieles ist noch so unbewusst, dass es nicht gesehen werden kann, anderes kann nicht eingeordnet werden und die neuen unterschwelligen Wahrnehmungen führen zu einem inneren Chaos, das nur noch mehr Verwirrung stiftet.

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Schwellenzeiten brauchen Innehalten

Wir haben verlernt, mit Übergangsphasen umzugehen. In unserer Kultur werden Schwellenzeiten kaum gesehen und in der Regel auch nicht mehr so bewusst zelebriert.

Wenn wir neue spirituelle Erfahrungen machen, Hellsinne sich auftun – dann ist auch das eine Schwellenzeit. Eine Zeit, die nicht nach Funktionieren oder einem „schneller-höher-weiter“ ruft. Sondern eine Zeit, die uns auffordert, zuzuhören. Unserem Inneren zu lauschen.

Ich beobachte in meinem Wirken immer wieder, wie groß die Versuchung ist, mit den neu gewonnenen Gaben „etwas Wichtiges anzufangen“. Intuitiv ist oft das innere Wissen da, dass diese Gaben und Fähigkeiten jemanden zu Größerem berufen. Doch häufig wird das verwechselt mit: jetzt muss ich meine Berufung finden und die auch als Beruf ausleben. Was, wenn das aber gar nicht gemeint ist und Dir Deine Seele eigentlich eine ganz andere Botschaft vermitteln möchte?

Solche Interpretationen führen häufig zu dem Drang, eine Ausbildung nach der anderen zu absolvieren. Zig Lehrer und Lehren werden ausprobiert, Bücher gelesen, Seminare besucht. Eine Zertifikatssammlung entsteht. Und schlussendlich wird festgestellt, dass man hinterher so viele Fremdmeinungen verinnerlicht hat, dass man noch weniger weiß, wohin der eigene Weg führen soll als zuvor.

Meine Beobachtungen und mein Erleben auf meinem eigenen Weg zeigt, dass spirituelle Erfahrungen und sich weiterentwickelnde Wahrnehmungen vor allem eines brauchen: ein Innehalten.
Bevor Du Dich in den nächsten Workshop oder die nächste Fortbildung stürzt, lausche:

  • Was will Deine Seele wirklich?
  • Wer bist Du wirklich jenseits all der Ausbildungen, Zertifikate und Seminare?

Wenn wir runtergebremst werden auf diese Fragen, entsteht manchmal ein Hohlraum, der sich schwer aushalten lässt. Es kommt dann dieser innere Aktionismus, der Dir sagt: Aber, Du musst doch erst xy lernen, damit Du gut genug bist, damit Du Ahnung hast, damit Du alles perfekt machst.

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Innere Ordnung entsteht schrittweise

Falls Du diese Momente kennst, frage Dich, wie es um Dein Vertrauen steht. Dein Vertrauen in Dich selbst, Dein höheres Selbst, Deine Intuition, Deine Wahrnehmung, Deine Wahrheit, Deine innere Weisheit.

Für dieses Vertrauen braucht es manchmal zunächst eine Integrationszeit.

Bewusstseinswandel vollzieht sich selten linear. Er geschieht in Schichten, in Phasen, in inneren Übergängen, die Zeit brauchen.

Wenn sich Wahrnehmungen verändern, geht es nicht darum, sie sofort zu verstehen oder zu nutzen. Sondern darum, ihnen Raum zu geben, sie einzuordnen und im eigenen Leben zu verankern.

Orientierung entsteht nicht durch mehr Wissen, sondern durch innere Ordnung.
Und diese wächst dort, wo wir uns erlauben, langsamer zu werden und dem eigenen Erleben zu vertrauen.

Mit einem stillen Gruß aus der Mitte

Claudia

Wenn Du Dich in den beschriebenen Prozessen wiederfindest und Dir für diese Phase einen ruhigen, tragfähigen Rahmen wünschst, kann eine begleitete Aus-Zeit für Integration und Verinnerlichung Unterstützung bieten.
Für solche Übergänge habe ich einen Begleitrahmen entwickelt, der nicht beschleunigt, sondern stabilisiert, ordnet und verkörpert.

◈ Spirituelle Erfahrungen einordnen

 

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Zum Weiterlesen:

Zu den Hintergründen von Aufstiegssymptomen und energetischem Wandel findest Du hier eine ausführliche Einordnung.

◈ Aufstiegssymptome – Einflüsse der energetischen Evolution auf unser Wohlbefinden

 

© Claudia von der Wehd
Teilen erlaubt mit Quellenangabe.
Dieser Artikel bietet Impulse zur Selbstreflexion, Achtsamkeit und spirituellen Orientierung. Die in diesem Artikel verwendeten Begriffe aus spirituellen Erfahrungs- und Wahrnehmungsfeldern dienen der Orientierung im subjektiven Erleben und stellen keine Diagnosen dar.
Er ersetzt keine medizinische, psychologische oder therapeutische Beratung.

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